Sonntag, 15. September 2019
Folgen des Brexits?
Gestern ereignete sich Merkwürdiges im Großgrund. Wie es sich für einen anständigen Samstag gehört, wurschtelte ich an der Fahrradhütte rum, als plötzlich ein neuer, silberner Ford Transit schnurstracks auf mich zugefahren kam, ein kräftiger, nordischer Typ ausstieg und mich fragte, ob ich Englisch spräche. Das ist schon mal absurd, da sich in unserer Sackgasse am Ende des Orts, am Waldrand eigentlich niemand hinverirrt. Nachdem er auf meine Bejahung der Englischfrage mit einem Englisch fortfuhr, wie es unverständlich eigentlich nur auf den Ursprungsinseln der englischen Sprache gesprochen wird, erschloss sich mir auch das Kennzeichen und ich bemerkte, dass der Fahrer rechts ausgestiegen war. Da sich mir sein Anliegen aufgrund seines Kauderwelsch nicht weiter erschloss folgte ich ihm zum Heck seines Transporters, wo er mir dann zwei verzurrte, voll ausgestattete Hazet-Werkzeugwägen vorführte, welche er wegen eines Lackschadens zu einem wirklich guten Preis verkaufen wollte. Nur dadurch, dass ich ihm sagte, dass ich kein Interesse und keinen Platz dafür hätte, handelte er sich selbst von den 1500 EUR Neupreis bis zu 300 EUR Angebot herunter. Zur Untermauerung der Seriosität seines Angebots zeigte er mir seinen irischen Pass. Da er meine verbale Absage nicht akzeptierte, ließ ich ihn dann bei seinem Werkzeugwagen alleine stehen und widmete mich wieder meiner Fahrradhütte.
Schlussendlich düsten sie dann so schnell wieder ab, wie sie aufgetaucht waren.
Sachen passieren auf dem Land.
Den Abend räumte ich mein Material besonders gut auf. Nicht dass die freundlichen Herren demnächst noch allerlei Eisenwahren anbieten müssen.



Mittwoch, 28. August 2019
Erster Tag Elternzeit...
...und erst mal über eine Stunde mit Versicherungen, Beihilfe und Finanzamt telefoniert. Ein Traum. Jetzt werden die Einsprüche geschrieben.

Lessons Learned: egal wie kompetent die Damen am Telefon wirken, alle Auskünfte grundsätzlich im Anschluss an das Telefonat schriftlich bestätigen lassen.



Samstag, 24. August 2019
Irgendwie...
... hängen seit einiger Zeit in einem unserer Küchenschränke zunehmend Wunschzettel.

Da mach' ich doch gerne mit! :)




Dienstag, 4. Juni 2019
Auslegung der Solaranlage
Bei der Auslegung der Solaranlage hatte ich im Vorfeld recherchiert, was wohl die richtige Dachseite bei uns wäre, da die Situation etwas anspruchsvoller ist.
Wir liegen so am Hang, dass die Dachseite mit Ost-Südausrichtung morgens vom Hügel verschattet wird.
Die andere Seite ist völlig verschattungsfrei, hat aber eine gehörige Portion Nordausrichtung mit drin.


(Kartenmaterial von https://geoportal.bayern.de; Großgrund nicht maßstäblich dargestellt)

Meine Abwägung und die Ratschläge der Experten von denen ich mich beraten ließ, kamen zu folgendem Schluss:



Auf der einen Seite haben wir ein höheres Maximum, dafür morgens Verschattung (blaue Kurve; die orange Kurve soll den Verlauf ohne Verschattung darstellen). Auf der anderen Dachseite hätten wir dafür keine Verschattung, jedoch wegen der weniger optimalen Ausrichtung einen geringeren Maximalertrag. Meine Entscheidung fiel auf die Variante blau. Schaut plausibel aus.

Leider hatte ich in meiner Rechnung die Kackbratzen von unserer konservativen Regierung vergessen, die nur an ihre Spezis in den Konzernen denken, und so ökologisch-radikale Spinner mit Sonnenstrom aufm Dach zum Schutze von Arbeitsplätzen leider nicht fördern können. So wird mit dem Argument der Netzstabilität die maximale Leistung einer Photvoltaikanlage auf 70% der Nennleistung gekappt (es gibt auch noch die Variante der komplett ferngesteuerten PV-Anlage, wo der Netzbetreiber bei Bedarf die Anlage komplett runterregeln kann).
Dann schaut das Ganze plötzlich so aus:



Die gedrosselten 30% sind, wenn man nicht gerade selbst Strom in größeren Mengen verbraucht, einfach futsch.

Unter dem Aspekt, dass man mit höherem Photovoltaikertrag am Abend den Eigenverbrauch vermutlich hätte erhöhen können, wäre das möglicherweise die sinnvollere Alternative gewesen. Aber so genau kriegt man das wohl nur raus, wenn man die andere Dachhälfte auch mit einer Anlage ausstattet. Hätte, hätte...

Klares Fazit: fürchten Sie nicht die Nordausrichtung, fürchten Sie die große Koalition.



Freitag, 24. Mai 2019
IT-Humor?
Gestern Abend hat der Rechner auf der Arbeit noch ein Update gestartet und nun lässt er mich mit einem neuen Feature nicht mehr rein.
Das Standardpasswort geht natürlich nicht.
Mal die IT anrufen. Moment, dafür brauche ich ja meinen Computer! (Das mit dem GroBF ist das Ergebnis der Kombination aus rumänischer IT und ß; wenigstens bei der Mailadresse hatte man das seinerzeit noch korrigiert)



Donnerstag, 16. Mai 2019
Also...
...wenn fr.gross schon meint an unserem kindsfreien Abend lieber in anderer Gesellschaft, als mit ihrem Angetrauten speisen zu müssen, dann soll es mir wenigstens auch gut gehen.
Zum Kochen komme ich in Zeiten klassischer Rollenteilung (Mann jagd, Frau zieht Brut auf und bereitet Erlegtes zu) eh viel zu selten.
Und beim Kochen ohne Kinder schafft man es auch, dass das Gemüse am Ende noch Biss hat.
Mahlzeit!










Freitag, 3. Mai 2019
Ich bin ganz aufgeregt!
Das erste mal so richtig nen ganzen Tag Home-Office!




Samstag, 27. April 2019
Arbeitsrealitäten 2019
Da das gute, alte Autobahnengineering zunehmend durch "Webkonferenzen" ersetzt wird, darf man heutzutage stundenlang am Bildschirm hocken und Zeuge von diversen Standardsituationen werden:

- der Befragte hat sein Mikrofon stumm geschaltet und spricht gerade mit Anderen, telefoniert parallel mit einem anderen Telefon oder pennt einfach (s.u.)

- der Befragte reagiert erst nicht, meldet sich dann aber doch mit der Entschuldigung "Ich war noch auf mute!" zu Wort

- "Can you here me? I can't hear you. Hello? Helloho?!"

- "Können Sie meinen Bildschirm sehen?" - "Nein, noch nicht, Moment, jetzt lädt was."





So lange es Geld dafür gibt...



Samstag, 20. April 2019
Premium
Stellen wir uns mal vor -natürlich ganz fiktiv- ein deutscher Premium-Automobilhersteller macht ein Vorentwicklungsprojekt mit einem Zulieferer. Man ist Partner auf Augenhöhe, was damit untermauert wird, dass der Zulieferer erst mal die Kosten in Millionenhöhe alleine trägt. Aber es gibt ja auch einen Vertrag, in dem sich der Premium-OEM Exklusivität auf die Ergebnisse und Patente aus der lieferantenfinanzierten Studie einräumt. Ein weiteres Vertragsdetail ist, dass wenn aus der Vorentwicklung kein Serienprojekt wird, der OEM halt doch irgendwie ein paar Milliönchen an den Lieferanten abdrücken muss. Sonst wird das irgendwie mit dem Serienauftrag verrechnet. Verrechnen ist eh immer gut, da muss man sich kein Geld genehmigen lassen, das man auszahlen muss. Wenn sich dann zum Ende des Vorentwicklungsprojekts andeutet, dass da wohl nix Konkretes draus wird, weil der OEM noch gar nicht so recht weiß, was er mit den entwickelten Technologien anfangen soll und so ein Mensch mit Schulterklappen beim Lieferanten so dreist ist anzukündigen, dass man mit der Vertragserfüllung voranschreiten und eine Rechnung schreiben wolle, dann kann ein anderer Mensch mit Schulterklappen beim Premium-OEM ganz schön garstig drohen, dass er mit der bei tatsächlichem Eingang einer Rechnung ganz schön böse würde und zukünftig gar nie mehr was mit einem zu tun haben wolle.
Zum Glück habe ich mir das natürlich nur ausgedacht, weil das ja gar nicht zum Glanz des Rückgrats der deutschen Industrie passen würde.
So wie unsaubere Dieselfahrzeuge.



Montag, 8. April 2019
Alle viel zu nett.
Wir haben im Büro das große Vergnügen ein 100-Mann-Großraumbüro wegen eines Wasserschadens (ist klar, dass so eine in der Decke neu verlegte Wasserleitung am Wochenende verreckt, damit stundenlang unbemerkt das Wasser laufen kann) kurzfristig für drei, vier, fünf Monate zu räumen.

Als heute der Mannschaft die gut verständliche Order für den Umzug gegeben wurde (auf alles Aufkleber mit "Name, Raum" oder "Name, Einlagern" draufpappen), gab es wieder so Spezialisten, die durch Wiederholung des eben gesagten fragten, ob sie das so richtig verstanden hätten.
Bedauerlicherweise bekamen sie durch den korrekten Vortragenden (ein besserer Mensch als ich) den Sachverhalt erneut, also zum dritten Mal (Vortragender, Schlaubi, Vortragender) erklärt.

Wie würde es mein Leben bereichern, bekämen die Steller dummer fragen öfters mal keine Antwort.