Folgen des Brexits?
Gestern ereignete sich Merkwürdiges im Großgrund. Wie es sich für einen anständigen Samstag gehört, wurschtelte ich an der Fahrradhütte rum, als plötzlich ein neuer, silberner Ford Transit schnurstracks auf mich zugefahren kam, ein kräftiger, nordischer Typ ausstieg und mich fragte, ob ich Englisch spräche. Das ist schon mal absurd, da sich in unserer Sackgasse am Ende des Orts, am Waldrand eigentlich niemand hinverirrt. Nachdem er auf meine Bejahung der Englischfrage mit einem Englisch fortfuhr, wie es unverständlich eigentlich nur auf den Ursprungsinseln der englischen Sprache gesprochen wird, erschloss sich mir auch das Kennzeichen und ich bemerkte, dass der Fahrer rechts ausgestiegen war. Da sich mir sein Anliegen aufgrund seines Kauderwelsch nicht weiter erschloss folgte ich ihm zum Heck seines Transporters, wo er mir dann zwei verzurrte, voll ausgestattete Hazet-Werkzeugwägen vorführte, welche er wegen eines Lackschadens zu einem wirklich guten Preis verkaufen wollte. Nur dadurch, dass ich ihm sagte, dass ich kein Interesse und keinen Platz dafür hätte, handelte er sich selbst von den 1500 EUR Neupreis bis zu 300 EUR Angebot herunter. Zur Untermauerung der Seriosität seines Angebots zeigte er mir seinen irischen Pass. Da er meine verbale Absage nicht akzeptierte, ließ ich ihn dann bei seinem Werkzeugwagen alleine stehen und widmete mich wieder meiner Fahrradhütte.
Schlussendlich düsten sie dann so schnell wieder ab, wie sie aufgetaucht waren.
Sachen passieren auf dem Land.
Den Abend räumte ich mein Material besonders gut auf. Nicht dass die freundlichen Herren demnächst noch allerlei Eisenwahren anbieten müssen.




ranke am So, 15.09.2019, 20:45  |  Permalink
Wie köstlich! Sowas zu lesen. Aber wenn es einem selbst passiert dann ist man doch etwas skeptisch…
Hatte ähnliche aber nicht so erheiternde Vorfälle! Nur der Typ, der mit dem Eis im Garten stand und sagte „das ist doch alles zu verkaufen!“ war lustig.