Donnerstag, 17. Februar 2011
Die Inder, schon auch lieb.
Heute eine nette Mail von einem indischen Kollegen bekommen, fand ich wirklich fein:

Dear Mr. Frank-san,
How are you? Hope you doing well. This is a courtesy mail. Just I want ask about you. Hope everything going fine!
Just I want keep in touch with you. Thank you very much for your all supports.

Thanks & Regards, [...]


Satz drei: "Das ist nur eine Höflichkeits-Mail."

:-)

"Keine Angst, ich brauch (noch) nichts. Ich wollte nur mal hallo sagen", steckt da in meinen Augen ein bisschen drin.



Freitag, 24. Dezember 2010
Doch zwei Wochen zu früh aus Indien gekommen...
Heute noch mal im Supermarkt ein paar Lebensmittel einkaufen zu müssen, hat bei mir die Frequenz, mit der ich mir "Fuck Weihnachten" denke von einmal pro 5 Minuten auf einmal pro 10 Sekunden erhöht.

Ich muss mal probieren, ob man das mit einem Bürgerbescheid abschaffen kann.



Sonntag, 19. Dezember 2010
Farewell-Party
Donnerstag Abend, direkt vor meiner Rückreise richtete dann der indische CEO (natürlich japanisch) noch eine kleine Verabschiedungsparty für mich aus. Unterm Strich war es für mich ein Intensivtraining in gute-Miene-zu-bösem-Spiel-machen und unterhaltsame Reden vor Publikum schwingen in Kombination. Eine Art Biathlon. Einer ähnlichen Feier für einen japanischen Kollegen im selben Hotel durfte ich bereits schon mal beiwohnen; die Choreografie war eine ähnliche: erst mal den Blutalkohol auf leeren Magen im Eiltempo per 7%-igem Bier in die Höhe treiben, dazu nur ein paar kleine Happen reichen, einige Reden schwingen, anschließend das Buffet eröffnen und kurz bevor das Taxi zum Flughafen startet eilig die Geschenke überreichen und anschließend fluchtartig das Gebäude verlassen.
Als Vorgeschichte muss man dazu sagen, dass während meiner letzten Tage in Indien das Thema Verlängerung immer wieder und wieder hochkam. Meine letzte Info aus Deutschland war, dass meine Chefs meine Verlängerung ablehnen, da meine Arbeitskraft daheim benötigt wird. Nun kam jedoch der indische CEO zu mir und meinte, dass der europäische CEO einer Verlängerung zugestimmt hätte, so lang ich nichts dagegen hätte. Das war genau die Situation, die ich vermeiden wollte, denn während meine Vorgesetzten mit dem Argument des Kapazitätsengpasses meine Verlängerung ablehnen konnten, blieb mir lediglich der Verweis auf private Gründe (oder einfacher gesagt: ich will nicht).
Mir missfiel diese Situation, da irgend jemand nicht die Wahrheit sagte und ich nicht wusste wer.
Ich entgegnete jedoch ganz offen -quite frank wie immer-, dass ich im Augenblick widersprüchliche Informationen habe und das erst zu Hause prüfen müsse.
Aber zurück zum Besäufnis zur Feier: der CEO bat dann reihum jeden der Anwesenden seine gewonnenen Erfahrungen der letzten drei Monate zusammenzufassen und mit dem Satz "we expect you to come back in two weeks!" zu enden.
Neben den sachbezogenen Themen umfasste die Lobhudelei die Bereitschaft zu schulen (wenn die wüssten, dass ich zwei Semester Geistigbehindertenpädagogik...), meine Anpassungsfähigkeit, mein Lachen am Morgen (das muss an der immanenten Übermüdung gelegen haben) und wiederholt dass ich alles gegessen habe. Jedem, der an die Reihe mit lobhudeln kam, wurde von einem der japanischen Kollegen das Bierglas bis zum Anschlag gefüllt mit der Aufforderung selbiges sofort wieder zu leeren.
Ich kann gar nicht sagen wie abstoßend und bescheuert ich derlei Gebaren finde.
Ich selbst hatte vor mir ein Glas Limonade und ein Glas Bier stehen, das Bier zum prosten und für die Fotos und die Limo zum trinken. Damit gab man sich auch zufrieden.
Kurz nach 22 Uhr wurde ich dann nach wiederholtem Händeschütteln mit allen Anwesenden endlich in mein Taxi entlassen.
Es war ein hektischer, anstrengender und konfuser Abschluss der Reise. Sehr indisch.







Donnerstag, 16. Dezember 2010
Lecker
Die Reinigungskraft ist gerade mit dem Wischmob wischend direkt vom Klo ins Büro.
Evtl. sollte ich doch über das Verbrennen meines Gepäcks nachdenken.



Mittwoch, 15. Dezember 2010
Was ich am Packen hasse...
...ist, dass man eigentlich erst fertigpacken kann, kurz bevor man losmuss. Sonst packe ich bis morgen Früh noch 5 mal ein und aus.




Schnell weg mit dem Zeug
Der Monat Dezember es hier im Süden Indiens eine religiös besondere Zeit (wie fast das ganze Jahr). Man gedenkt ein paar bestimmten Göttern, manche Männer lassen sich Bärte wachsen, die Spiegelei-förmige Stirnbemalung nimmt zu und manche Inder pilgern zu einem besonderen Tempel in einer Bergregion.
In der Firma ging gestern einer der Diener mit einem Tablett rum und teilte mit einem Löffel eine bräunliche Fruchtmasse auf die Hand aus, die in zwei Dosen von jenem besonderen Tempel hergebracht wurden. Ebenso hatte er etwas weißes Pigment dabei, mit denen man sich zusätzlich Stirn und diesmal auch den unteren Teil des Halses verzieren konnte.

Heute verteilte der Kollege Mani (wird immer Manni, Manni gerufen) Schokoriegel. Die Gier und das Tempo mit dem die Inder solche süßen Geschenke auspacken und verschlingen,
lässt mich immer ausgiebig schmunzeln.



Dienstag, 14. Dezember 2010
Abschied auf Raten
Heute tritt der nordindische Diener seine Heimreise an, daher ist er schon unterwegs, wenn ich Abends zurückkomme. Drei Tage mit dem Zug und dann noch mal zwei Tage mit dem Bus ist er unterwegs. Ich wünsche ihm viel Erfolg.



Montag, 13. Dezember 2010
Jetzt schon Sehnsucht.
Ich glaube der japanische Kollege, mit dem ich mich recht gut verstehe, vermisst mich jetzt schon. Zumindest hat er letzten Freitag damit angefangen Abends bei mir im Guesthouse anzurufen und schnell noch ein paar geschäftliche Dinge zu besprechen, bei denen sich jedes mal nach 10 Minuten Erklärung herausstellt, dass es entweder gar kein Problem gibt oder das ganze bis zum nächsten Morgen hätte warten können. Als ich Freitag Nacht um 22:15 Uhr nicht ans klingelnde Telefon ging, weil ich gerade intensiv am Einschlafen war, schickte er dann noch eine Kurznachricht hinterher.
Samstag hat er wieder nach 22 Uhr angerufen, Sonntag Nacht hatte er nix, vorhin um 22:15 Uhr klingelte es wieder.
Armer Kerl.
Zum Glück habe ich in Deutschland kein Firmenhandy.



Sonntag, 12. Dezember 2010
The Original Frankie



Wohltat
Heute noch mal etwas Wohltat zum Schluss: