Freitag, 3. Oktober 2014
Die Bullitt-Kabine!






Puh, überwiegend fertig! Ein paar Spezialteile fehlen mir noch, der Sonnenschutz ist noch nicht fertig, aber die Jungfernfahrt ist absolviert. Ich bin absolut begeistert!
Morgen Früh wird das Kind das erste mal mit dem Bullitt befördert. Wir sind gespannt!
(Fuck you, cars)



Fußgängerüberwege
Die beiden gestrigen Tage beschloss ich die angeblich effektiven Morgenstunden nicht der Firmna zu opfern (für Kaffee trinken, E-Mails schreiben und stundenlagne Telefonkonferenzen reichen auch 50% meiner Leistungsfähigkeit) und an meiner Bullitt-Kabine weiter zu nähen. Den einen Tag war ich spät genug dran, um den Arbeitsweg erst nach der Schülerflut zu bestreiten, den zweiten Tag landete ich leider mittendrin. So ergab es sich, dass ich an einem schulnahen Zebrastreifen von kellenbewaffneten Schülerlotsenmüttern, die die Kinder vor den Autos, aus denen sie gerade noch ausgestiegen waren, schützten, vom Passieren der Straße abgehalten wurde. Wohlwissend, dass man von den freundlichen Damen mit einem giftigen "ABSTEIGEN!" angezischt wird (ich habe nicht die Erwartungshaltung, dass die Ordnunshüterinnen mit der Straßenverkehrsordnung vertraut sind und solche Details kennen, wie dass man zum Queren eines Zebrastreifens nicht zwangsweise vom Rad absteigen muss, sondern beradelt lediglich keine Vorfahrt vor den Straßenbenutzern hat), wartete ich brav neben meinem Rad stehend hinter der Kelle der Mutter. Dann kamen links zwei Autos, rechts ein Auto, dann in 100 Metern Abstand nichts. Ich setzte schon zum losgehen an, die Kelle verweilte jedoch weiterhin in der Horizontalen. Gut, also auch die entfernteren PKWs werden noch durchgelassen. Ahh, da hinten kommt ein Schulbus, der hat auf alle Fälle Vorfahrt! In der Zwischenzeit standen links und rechts des Zebrastreifens über 20 Personen (überwiegend erwachsene, abgestiegene Radfahrer), allesamt ihrem Recht auf Vorrang auf dem Fußgängerüberweg beraubt. Man muss sich wirklich fragen, wer auf diese anarchistischen Dinger, diese Zebrastreifen erfunden hat! In Autodeutschland ("Auto, Auto über alles") eine Verkehrseinrichtung, bei der Fußgänger über Autos gestellt werden? Ihr Punks! Zum Glück war der Wertekanon der fürsorglichen Mütter noch nicht aus den Fugen geraten und sie wussten was oberste Priorität hat: die Sicherheit ihrer Kinder der zügig fließende -der Experte spricht vom MIV (ugs. Mief)- motorisierte Individualverkehr.



Mittwoch, 1. Oktober 2014
Gestreift ist in!



Montag, 29. September 2014
Puh...
...hoffentlich bin ich spätestens kommendes Wochenende mit Nähen fertig. Dann erreicht die hiesige Mobilität neue Dimensionen.




Sonntag, 14. September 2014
Tischlein wickel dich!
Nachdem Recherchen im Vorfeld ergaben, dass alle Badewannenwickelaufsätze hässlich sind (fast immer komische Metallrohrkonstrukte mit Plastikaufsatz), baute ich im Vorfeld was Vernünftiges aus Multiplex. So hat man oben akut benötigte Pflegemittel (z.B. Popocreme), Spucktücher und Moltons* im Zugriff. Direkt auf der Wickelebene sind trockene und feuchte Tücher, so wie ein Zweitagesvorrat an Windeln.
In der Schublade darunter befinden sich die Klamotten (während des Wickeln ergibt es sich ja durchaus das ein oder andere mal, dass man sich entscheidet doch auch den Body zu wechseln -Stichwort: La fontaine-, dann hat man einen frischen im Zugriff). Ganz unten ist dann noch das größere Materiallager.

Mit Absicht nicht vorhanden: ein Heizstrahler! Ahh! Wie ich sie im Klinikum hassen gelernt habe! Die moderne Form des Höllenfeuers! Während mir der Schweiß in Strömen das Gesicht herabläuft und die restlichen Haare sich im rötlichen Schein vermeintlicher Sorgsamkeit kräuseln, kommt beim Wickelgut nichts an bzw. schreit dieses sowieso wie am Spieß, weil es Wickeln doof findet. Im Klinikum nahm dieser Heizstrahlerfetischismus solche Formen an, dass man teilweise das Kind unter dem Strahler noch mehrmals einpackte (Hä? Ich hätte gedacht das isoliert dann eher gegen Strahlungswärme? Ach egal, Ingenieur, sei still) und mit der beabsichtigen Prozedur dann erst startete, als ich bemerkte, dass das Kind bereits gar sei.




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*Stichwort Moltons: das was man heutzutage als Molton zu kaufen bekommt ist ja nur noch großer Mist! Zum Glück haben wir viele alte Moltons aus der Verwandtschaft bekommen. Das was der Handel jetzt bereithält, geht ja gerade mal als besseres Spucktuch durch, so dünn und windig ist die Qualität. Sondern richtige Babys nichts mehr ab, was aufgefangen werden müsste?



Montag, 25. August 2014
Süßer Brei Privat
Ich hatte mich im Krankenhaus für den kompletten Aufenthalt mit eingebucht (im Einzelzimmer kann der Partner dazu) und da hatten wir (die Leistungen des Gastes waren auf Kassenniveau) einen schönen Vergleich zwischen den unterschiedlichen Leistungen von Privat- (für manche Berufsgruppen leider verpflichtend) und Kassenpatienten.
Ob ich zum Salat nun ein Brötchen anstelle einer Scheibe Brot bekomme ist nun nicht so wild. Auch dass das private Menü konsequent andere Servietten beiliegen hatte war eher amüsant (vor allem da die Nobelservietten so dick waren, dass man sich den Mund nicht richtig abwischen konnte).
Recht deutlich wird dann der Unterschied bei der "Käseplatte".
Herzlich lachen mussten wir über den "süßen Brei Privat". Schön, wenn man sich im intimen Kreis näher kommen kann (Gast bekam nur einen wässrigen Pudding).









Als frischer Vater kommt man ja mit völlig unbekanntem Equipment in Kontakt.
Zum Beispiel: