Bye, bye Isabeau
Da ich in der kommenden Saison einmal meine Promenadenmischungsbienen mit Königinnen vom Züchter vergleichen will, werden kommende Woche in zwei Völkern eben solche wertvollen Damen einlogiert. Wobei ich mir keine super-sortenrein Königinnen (70-150 EUR!) geordert habe, sondern "Promenadenmischung" vom Züchter. Also Tochter so einer Superkönigin, aber auf Feld und Wiese begattet.

Dafür müssen auch zwei Völker entweiselt werden, wofür sich natürlich das Volk der greisen Isabeu anbietet.

Sehen Sie hier die letzten Momente einer sich verdient gemachten Royalität.
Die zweite, namenlose Königin verblüffte mich dadurch, dass sie bevor ich den Meuchelakt vollziehen konnte - bsssssss- schwuppidiwupps in den Himmel verschwand. Mistnkackn. Theoretisch ist es möglich, dass sie den Weg in ihr Volk zurück findet und lustig weiter macht, was natürlich hieße, dass sich das Volk nicht als Empfängervolk für die neue Dame eignete. Also wird am Montag, wenn es etwas kühler ist, noch mal der Kasten kontrolliert, ob da jemand Eier legt.

Bienen, immer für eine Überraschung gut.





hr.gross am Mo, 02.09.2019, 17:29  |  Permalink
1:0 für...
... die namenlose Königin. Sie ist da und legt Eier, aber konnte sich bei der Durchsicht gerade vor mir und ihrer Meuchelung erfolgreich entziehen.
Ich sag Ihnen, diese Bienen...

sid am Mo, 02.09.2019, 22:31  |  Permalink
Andererseits - schon schlimm, die extra zu meucheln, wo die eigentlich mehr Lebensdauer hätte...

hr.gross am Di, 03.09.2019, 08:18  |  Permalink
Man könnte sagen, die Umweiselung ist ein ganz natürlicher Prozess, den die Bienen selbst praktizieren, wenn ihnen was an der Königin nicht passt.
Bei der alten Isabeu geht es mir auch darum, dem Volk die besten Chancen zu geben, dass die Königin den Winter überlebt. Wenn die Königin mitten im Winter das zeitliche segnet, schaut es für den Rest des Volkes schlecht aus.
Bei dem Volk der namenlosen Königin geht es mir noch um das Verhalten der Bienen, was immer eine Spur nervöser und aggressiver als bei den anderen Völkern war. Über den Tausch der Königin wird die Genetik und damit auch das Verhalten des Volkes komplett ausgewechselt.

Und zuguterletzt ist es auch meine Neugierde, was so Königinnen vom Züchter besser können, als meine Mischlinge.

sid am Do, 05.09.2019, 21:50  |  Permalink
Find ich noch immer ein schwieriges Thema (hatte mich zuvor aus andren Gründen bisserl damit beschäftigt), aber nachdem ich selber keine Bienen halte, kann ich das natürlich aus der Ferne nicht beurteilen.

hr.gross am Do, 05.09.2019, 22:41  |  Permalink
Man darf durchaus ohne eigene Bienen eine eigene Meinung dazu haben, gerne auch kritisch.
Das Thema Honigbiene ist ein recht schwieriges: viele Menschen wollen Bienen halten um der Umwelt was Gutes zu tun, was ja grundsätzlich ein guter Ansatz ist (und mich auch neben der Neugierde zu den Bienen geführt hat). Je nachdem wie intensiv man sich damit beschäftigt stellt man dann fest: hoppla, das ist ja Nutztierhaltung, mit allem was dazu gehört. Gerade Völker, bei denen aus ökologischen Gründen möglichst wenig gemacht wird, sterben gerne. Da hat man dann nicht nur eines, sondern viele Tausend Tiere auf dem Gewissen.

Vielleicht noch eine kleine Dilemma-Geschichte: Sie haben ein schwaches Volk, das voraussichtlich nicht den Winter übersteht. Sie können versuchen das Volk aufzupeppeln mit dem Risiko, dass es am Ende doch verhungert oder erfriert (kein schönes Bild so ein angeschimmelter Haufen Bienen) . Oder Sie killen die Königin und verstärken mit dem restlichen weisellosen Volk ein anderes Volk, welches im Frühjahr sicher eines der stärkeren und vitaleren Völker sein wird.

Was ist die richtige Entscheidung?